This website uses cookies

This website uses cookies to improve user experience. By using our website you consent to all cookies in accordance with our Cookie Policy.

Some cookies on this site are essential, and the site won't work as expected without them. These cookies are set when you submit a form, login or interact with the site by doing something that goes beyond clicking on simple links.

We also use some non-essential cookies to anonymously track visitors or enhance your experience of the site. If you're not happy with this, we won't set these cookies but some nice features of the site may be unavailable.

x

Römermuseum Osterburken geschlossen

Auf Erlass der Landesregierung von Baden-Württemberg bleibt das Römermuseum Osterburken bis auf weiteres geschlossen. Diese Maßnahme erfolgte um die Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis.

Der Zeitpunkt der Vorverlegung des Limes

Die Eingrenzung dieses Zeitpunktes geschieht über die Auswertung des spätesten Belegs für die Anwesenheit von Militär an der hinteren Linie und dem frühesten an der Vorderen Linie. So belegten bislang drei Inschriften die Stationierung der cohors II Hispanorum in Heilbronn-Böckingen für das Jahr 148 n. Chr., eine Bauinschrift in Jagsthausen nennt den Kaiser Antoninus Pius – kann also spätestens 161 n. Chr., dem Jahr seines Todes, gesetzt worden sein. Diesen Zeitraum mittelte Ernst Fabricius 1902 einfach und schrieb „um 155 n.Chr.“. Wichtigste Begründung war der Ausbau des Odenwaldlimes in Stein 145/146 n. Chr., der eine bevorstehende Aufgabe der Linie unwahrscheinlich erscheinen ließ.

1982 wurde ein Weihestein in dem kleinen Bad in Neckarburken gefunden – dieser belegt, dass 158 n. Chr. der im Ostkastell stationierte numerus Brittonum Elantiensium das Badegebäude renovierte. In diesem Jahr war also definitiv noch Militär an der hinteren Linie stationiert und wuĂźte nichts von einem bevorstehenden Umzug.

Durch die Grabungen im Beneficiarier-Weihebezirk in Osterburken gewann man ein weiteres Datum – der älteste Tempel wurde aus Holz gebaut, das im Winter 159/160 n. Chr. geschlagen worden war. Und unter dem Tempel befand sich eine steinerne Quellfassung mit Nymphenstatuette und Weiheinschrift, die zweifellos älter sein musste.

Die Grabungen im großen Kastellbad von Osterburken erbrachten nun ein weiteres Datum. Die tragenden Pfosten der ersten Bauphase bestanden aus Holz, das im Spätjahr 164 n. Chr. gefällt wurde – gut 10 Jahre nach der vermuteten Ankunft der Kohorte in Osterburken. Tatsächlich sprechen einige über die Dendrochronologie gewonnen Daten dafür, dass zwischen 160 und 165 n. Chr. einige militärische Großprojekte in Angriff genommen wurden – unter anderem die Limespalisade in der Provinz Raetia. So wird es immer unwahrscheinlicher, dass vor 160 n. Chr. nennenswerte Truppenteile dauerhaft an den vorderen Limes verlegt wurden.

Literatur

  • E. Fabricius, Ein Limesproblem. Festschrift der Unversität Freiburg 1902, S. 275 ff., ORL A 7-9, 49-52.
  • G. Alföldy, Caius Popilius Carus Pedo und die Vorverlegung des obergermanischen Limes. Fundber. aus Baden-WĂĽrttemberg 8, 1983, 55ff.
  • E. Schallmayer, Das zweite römische Militärbad von Neckarburken, Gemeinde Elztal, Neckar-Odenwald-Kreis, mit neuen Inschriften. Fundber. BW 9, 1984, 435 ff.
  • S. Huther u. E. Schallmayer, Der Benefiziarier-Weihebezirk von Osterburken. Elitesoldaten des Statthalters am Limes. Imperium Romanum. Roms Provinzen an Neckar, Rhein und Donau. Begleitband zur Ausstellung (Esslingen a. N. 2005) 214 ff.
  • K. KortĂĽm, Osterburken. Römischer Grenzposten zwischen Neckartal und Taubergrund. Denkmalpflege in Baden-WĂĽrttemberg 35.1, 2006, 39-46.