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Die Grenze am Ende der Welt

Leiter des Römermuseums Osterburken ist Mitautor einer Artkelserie der Stuttgarter Nachrichten

Der Limes war eine k√ľnstlich angelegte und von Soldaten der r√∂mischen Armee √ľberwachte Grenzlinie. er trennte das Gebiet des mediterran gepr√§gten R√∂mischen Reiches von den germanischen St√§mmen. F√ľr den R√∂mer endete hier die zivilisierte Welt, auf der anderen Seite sah er "die Barbaren".

Die Einrichtung dieser Grenze stand in krassem Gegensatz zum römischen Selbstverständis: Im Auftrag des Göttervaters Jupiter beherrschte das römische Volk die gesamte Welt. Dieses göttliche Sendungsbewusstsein ließ einer friedlichen Koexistenz mit anderen Völkern wenig Raum. Die römische Seite gab eine Sicht "von oben" vor, Integration war nur durch Anpassung und Unterordnung des anderen möglich.

Diese Diskrepanz zwischen REalit√§t an der Grenze und der beanspruchten Weltherrschaft wird in der Bedeutung des Begriffes Impreium verst√§ndlcih. Er bezeichnet nicht das r√∂mische beherrschte Territorium, sondern den Wirkungsbereich r√∂mischer Befehlsgewalt. Das Impreium Romanum konnte somit weit √ľber die Sperranlage hinaus reichen.

Die Antike sah jedne Fremden grunds√§tzlich als Feind, Frieden musste durch einen Vertrag gestiftet werden. Dies kontne freiwillig in beiderseitigem Einvernehmen geschehen oder von Rom mit Waffengewalt erzwungen werden. Der Vertrag schloss auf jeden fall nach r√∂mischem verst√§ndnis eine formale Anerkennung des r√∂mischen F√ľhrungsanspruchs mit ein und war fr alle Zeiten unk√ľndbar. Die Pax Romana - der r√∂mische Frieden - war also kein unbedingt erstrebenswerter Zustand, der Begriff steht vielmehr f√ľr eine von rom garantierte und durchgesetzte Ordnung des ZUsammenlebens. Auch die Germanen auf der anderen Seite des Limes waren in diese Ordnung eingebunden, jeder Kontakt mit Rom f√ľhrte zu vertaglichen Vereinbarungen.

Wer sich in diese Ordnung f√ľgte, genoss f√ľr damalige Zeit ungew√∂hnliche Rechtssicherheit und Wohlstand. Im Schutze Roms herrschte ein einheitliches Rechtssystem, das auf schriftlich fixierten gesetzen basierte, es galt eine einheitliche W√§hrung und es wurde Latein als allgemeing√ľltige Amtssprache gesprochen und verstanden. Ein geordneter und nach festen Richtlinien arbeitender Staatsapparat sorgte f√ľr die Verwaltung, eine Berufsarmee sch√ľtzte den Staat und setzte seine Interessen durch.

Auf der anderen Seite des zauns lebten einzelne Stammesverb√§nde, die von den R√∂mern der Einfachheit halber als die Germanen bezeichnet wurden. Diese Menschen lebten auf Geh√∂ften, die St√§mme waren verwandtschaftlich organisiert. Zus√§tzlich gab es in der germanischen gesellschaft Gefolgschaften: Ein Anf√ľhrer verpflichtete sich Krieger, die ihm Treue schworen und daf√ľr ein Auskommen erhielten. Die wirtschaftliche Grundlage dieses Systems war meist Raub, ein durchaus normale und ehrenhafte T√§tigkeit in der germanischen Gesellschaft. Die Sto√ürichtung eines Raubzuges richtete sich meist auf das Ziel, an dem die wertvollste Beute vermutet wurde, und das lag auf r√∂mischer Seite.

Vor diesem Hintergrund richteten die R√∂mer den Limes ein. Einen n√§chtlichen Pl√ľnderzug einer kleinen gruppe konnte die Sperre nicht aufhalten. Da die Grenzverletzung aber nicht unentdeckt blieb, konnten die Eindringlinge verfolgt und sp√§testens beim Verlassen des Reiches gestellt werden. Solange die r√∂mische Armee mit ausreichend Soldaten vor Ort war, funktionierte dieses System der Abschreckung so gut, dass die Zivilsiedlungen keine Wehrmauern brauchten und bis unmittelbar hinter dem Limes die Landwirtschaft von ungesch√ľtzten H√∂fen aus betrieben werden konnte.

Militärisch gesehen war der Limes nicht die vorderste Linie - die Front der aufgestellten Armee -, sondern der äußere Rand des römisch besedelten Gebietes. Vor dem Limes begann der eigentlcihe Wirkungsbereich der mobilen AReme, das Vorfeld wurde durch Patrouillen kontroliert, hier lebten die Bewohner mit Wissen und Billigung Roms.

Die Linie schie dzwei Kulturr√§ume voneinander: Der innere, sich vermeintlich abschottende Raum galt als kulturell h√∂her entwickelt und bot den au√üenstehenden gro√üe Anreize wirtschaftlicher und kultureller Art. An der willk√ľrlich gew√§hlten Linie am Rande des Kulturraums entstand ein Grenzzaun, der den Transit nicht verhinderte, sondern kanalisierte und filterte. Der Limes zwang den verkehr auf bestimmte Verkehrsrouten, die an √ľberwachten √úberg√§ngen die Grenze kreuzten. Hier konnten unwillkommene Besucher abgewiesen oder Waren besteuert werden. Das Impreium strahlte durch seine ATtraktivit√§t weit √ľber die Grneze hinaus und wirkte auch hier durch den Transfer von Waren und Ideen zivilisatorisch. W√§hrend dem Verkehr von innen heraus kaum Riegel vorgeschoben wurden, musste der Zugang zum Imperium reguliert werden.

 

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